Schultereckgelenksverrenkung - chronische Instabilität

17.01.2018

Die chronische Instabilität des Schultereckgelenkes stellt eine unangenehme Verletzungsfolge dar.

 

Ursächlich sind Stürze auf die Schulter, oder auf den gestreckten und abgespreizten Arm, bei denen das Schultergelenk unter das Schlüsselbein geschoben wird (z.B. Fahrradstürze)

 

Häufig werden Verletzungen zwischen dem Schulterblatt und dem Schlüsselbein, welches als Distanzhalter des Schulterblattes gegen den Körper agiert, primär nicht ausreichend diagnostiziert, manchmal auch ein wenig bagatellisiert.

Meist kommen Patienten mit dieser Verletzung „ganz gut“ zurecht, oft jedoch verbleibt eine Instabilität, bei der sich das Schlüsselbein nach oben über das „Schulterdach" vorwölbt, das äußere Schlüsselbeinende verrenkt nach hinten, und die Schulter lässt sich unter das Schlüsselbein zur Körpermitte hin verschieben (verrenken). Damit ist eine Beschwerdesymptomatik, oft auch eine Bewegungseinschränkung und Schmerzen verbunden. Der Patient kann nicht mehr an der Schulter anliegen und sind Tätigkeiten in oder über Schulterniveau oft schmerzbehindert und krafteingeschränkt.

 

Diesbezüglich sollte dann eine entsprechende klinische Untersuchung, Röntgenuntersuchung, eventuell sog. Stressaufnahmen (unter Belastung) durchgeführt werden, sowie eine kernspintomographische Untersuchung.

 

Ziel der Behandlung ist eine Wiederherstellung des Gelenkes, welche bei veralteten Verletzungen oft nicht gänzlich möglich ist, da häufig bereits massive Narbenbildungen vorliegen.

 

Eine Sanierungsmöglichkeit besteht durch Implantation eines Sehnenstransplantates, oder eines Ersatzbandes und ist auch eine Rekonstruktion des häufig zerrissenen knorpeligen Discus (ähnlich einer Meniskusoperation am Knie) erforderlich.

Die Nachbehandlung besteht in kurzfristiger Ruhigstellung, danach erfolgt eine Physiotherapie. Eine volle Belastbarkeit besteht nach etwa 8-12 Wochen in Abhängigkeit der Tätigkeit und des operativen Ergebnisses. Die Aussichten sind als gut zu werten, das Risiko ist gering.

 

Die Operation erfolgt üblicherweise in Allgemeinnarkose, ein stationärer Aufenthalt ist mit 2-3 Tagen zu erwarten.